Museum der Geschichte von Kielce Add to route
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Św. Leonarda 4
25-303 Kielce
Świętokrzyskie Mountains (Holy Cross Mountains)
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www.muzeumhistoriikielc.pl
Muzeum Historii Kielc
Muzeum Historii Kielc
Die Idee ein Museum, das der Geschichte von Kielce gewidmet wäre, reicht den Anfängen des Museumswesens in Kielce. Die Geschichte der Stadt ist auf Ausstellungen und in Sammlungen des 1908 in Kielce gegründeten Museums des Polnischen Landschaftsvereins in Erscheinung getreten. Man hat sich damals auf die ältesten in der Geschichte von Kielce museumartigen Sammlungen bezogen. Solche Sammlungen wurden in der Akademie für Berg- und Hüttenwesen und in der Woiwodschaftsschule geschaffen. Man hat sich an die Tätigkeit des Leiters des Kreises von Kielce erinnert – eines Sammlers und Kunstmäzen - Tomasz Zieliński und an die sammlersiche Leidenschaft der Familie Jaroński. Museum des Polnischen Landschaftsverbandes, in den Jahren 1908-1933 geleitet von Tadeusz Szymon Włoszek, hat naturwissenschaftliche, geologische, archäologische und historische Sammlungsstücke gesammelt, gemäß der Prinzipien des im Polnischen Königreich entstehenden rationalistischen Verbandes. In der Zwischenkriegsgeschichte von Kielce hat man mehrmals Versuche unternommen vor Ort ein Museum der Geschichte von Kielce oder eines Regionalmuseum zu organisieren. Im Jahr 1924 hat der Vorstand des Bezirks des Polnischen Landschaftsverbandes in Kielce eine Petition an den Stadtrat in Bezug auf das Gründen eines Museums eingereicht. Das neue Gebäude sollte nach einem Projekt des Architekten Wacław Borowiecki auf einem Platz, auf dem sich ursprünglich eine Synagoge befand erstellt werden. Man sollte das vom Abriss stammende Material nutzen. Diese Initiative hatte der Verband Polnischer Lehrer von Allgemeinbildenden Schulen befürwortet. Die Geschichte der Stadt und der Region hat man auf der Sammlung „Wystawa Świętokrzyska“ gezeigt, die vom Museum des Polnischen Landschaftsverbandes in Kielce 1936 organisiert worden ist. Die Bemühungen die Vergangenheit von Kielce zu fördern haben sich in der Ordnung des 1935 gegründeten Artistisch-Konservatorischen Rates der Stadt Kielce wiederspiegelt, eines speziellen Ausschusses der im Stadtrat tätig war. Währen des Zweiten Weltkrieges wurden die Sammlungen des Polnischen Landschaftsverbandes der Region Świętokrzyskie getrennt, aber es wurden einige wertvolle Archivalien, die die Zeit der Nationalaufstände, des Ersten Weltkrieges, der Zweiten Republik dokumentiert haben, bewahrt. Die Geschichte des Museumwesens in Kielce war bis 1950 mit den Überresten des Świętokrzyskie-Museums aus der Vorkriegszeit verbunden. Das Organisationskomitee des Regionalmuseums in Kielce, hat einen Teil der Mietshäuser an dem Markt in Kielce übernommen. Zum ersten Direktor wurde Juliusz Nowak-Dłużewski gewählt, der später 1947 von Edmunda Massalski – einem Naturwissenschaftler und Heimatkundler – vertreten wurde. In den 50-ger Jahren des 20. Jahrhunderts entstand die Initiative von Jan Pazdura, ein Museum der Technik in Kielce zu gründen, das sich mit dem Schutz „dessen, was noch übriggeblieben ist, in Form von materieller Sehenswürdigkeiten auf dem Gebiet des Altpolnischen Industriegebietes.“ In späteren Jahren, ähnlich wie in der Zwischenkriegszeit, hat man Proben unternommen ein Museum der Geschichte von Kielce zu gründen oder wenigstens eine feste Ausstellung zu veranstalten. Man sollte hier auch die Bemühungen im Rahmen des Świętokrzyski Museums (später Nationalmuseum) erwähnen, derer Konsequenz das Errichten von vier einstweiligen Ausstellungen war, die die Geschichte der Stadt präsentieren: 11 Jahrhunderte von Kielce (1971), Kielce in den Jahren des 1. Weltkrieges (1981), die Einwohner von Kielce – Generation der Kinder. Kielce in den Jahren 1918 – 1939 (1993), Von der Teilung bis zur Unabhängigkeit (1998). In den 90-ger Jahren in der Abteilung für Geschichte des Nationalmuseums entstanden zwei weitere Fassungen des Szenarios einer festen Ausstellung über die Geschichte von Kielce, die je nach aktuellen Bedürfnissen oder Projekten modernisiert wurden. Nach vielen Jahrzehnten von der Entstehung der Idee eines Stadtmuseums in Kielce, hat der Stadtrat am 1. September 2006 den Beschluss gefasst, eine solche Initiative in die Wege zu leiten und am 30. Oktober hat die Einrichtung ihren Sitz im restaurierten Mietshaus aus dem 19. Jahrhundert in der . Św. Leonardastr. 4 erhalten. Die Ausstellung hat den Titel „Aus der Geschichte der Stadt Kielce” und übermittelt die Geschichte einer mittelalterlichen Stadt, die den Krakauer Bischöfen gehörte (bis Ende des 18. Jh.) und eine Hauptstadt der Region im 19. Und 20. Jahrhundert war. Sehenswert ist die mittelalterliche Hütte von den Einwohnern der damaligen Siedlung, das Buch des Stadtrates aus dem 18. Jahrhundert, den ältesten Siegl der Stadt, Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr, Uniformen von Offizieren der sich in Kielce befindenden Regimente, alte Gemälden mit Ausblicken auf die Stadt, Andenken von Dachböden und Schubladen der Einwohner. All das ist mit Archivalien, Plänen, alten Fotos und multimedialen Präsentationen ergänzt worden. Die Präsentationen ermöglichen den Besuchern die Atmosphäre der Altstadt zu spüren, wenigstens einen Moment auf dem Kopfsteinpflaster der Wesołastr. zu stehen, wichtige patriotische Feierlichkeiten zu sehen, der Tragödie des Ghettos im Zweiten Weltkrieg in die Augen zu sehen. Um alle an einem Besuch im Museum interessierten Person zu ermutigen muss gesagt werden, dass die Geschichte von Kielce, die in einer telegraphischen Kürze erzählt wird - über ein Symbol, eine Abkürzung, ein gewähltes, in der Vitrine wichtigstes Sammlungsstück – ist in einer festen Ausstellung besonders ausgeprägt, erhält eine spezielle Dimension und bleibt das Wesen unserer städtischen Historie. In der Ausstellung hat man die Geschichte der Stadt in folgenden thematischen Gruppen präsentiert: Kielce in der Vorortungszeit und im Mittelalter Die Entstehungsgeschichte von Kielce greift auf eine kleine Siedlung zurück. Es war ein Ort mitten im Urwald, an dem man Waren ausgetauscht hatte. Die Abstammung des Namens der Ortschaft kann womöglich von den sog. „kielce” (Hauer eines Wildschweines) kommen oder sie kann auf Namen der Einwohner „Kelten“ oder auf die Bezeichnung „klec” (eine ursprüngliche Lehmhütte) zurückgeführt werden. Wahrscheinlich war die Ortschaft Sitz fürstlichen Kastellanei Im 11. Jahrhundert, um die bedeutende Rolle von Kielce zu unterstreichen, hat man hier die Sankt-Wojciech-Kirche erbaut. Kielce als private Stadt der Krakauer Bischöfe im 12. – 18. Jahrhundert. In der Wende des 11. und 12. Jahrhunderts wurden Kielce auf der Grundlage einer Verleihung des Fürsten privater Besitz der Krakauer Bischöfe, die in Kielce eine Verwaltungsstätte für die umliegenden Güter organisiert haben. Ein neues Zentrum entwickelte sich in der Nähe der Ortungssiedlung (Rynek). Auf dem nahgelegenen Hügel, der bis heute Zamkowe (Schlosshügel) genannt wird, baute man noch im 12. Jahrhundert die Heilig-Jungfrau-Maria-Stiftskirche. Neben ihr entstand ein hölzerner, anschließend ein teils hölzerner, teils gemauerter Hof der Bischöfe. Im 17. Jahrhundert stiftete der Krakauer Bischof im zentralen Punkt des Hügels, der die Stadt überragte, ein Schloss, das die Merkmale einer Befestigungsstätte hatte und deshalb wurde es des Öfteren Burg genannt. Eine wichtige Rolle im Stadtleben hatten die Geistlichen, die um die Stiftskirche gruppiert waren. Eine unbestrittene Rolle für die Entwicklung von Kielce war die Rolle der Kirche und die Hofkultur der Krakauer Bischöfe. Ökonomische Vorhaben der Bischöfe, die wirtschaftliche Nutzung der Güter der Region, trugen zur Entwicklung bei. Kielce war ein wichtiges Zentrum der wirtschaftlichen Verwaltung in der Region. Ein wesentliches Ereignis, das die Periode der „Bischofsstadt“ abschließt, war die Verstaatlichung der Bischofsgüter im Jahr 1789. Kielce als Woiwodschaft Kielce im 19. Jahrhundert bedeuten vor allem ein Zentrum der Regierungsverwaltung. Sie wurden Sitz der österreichischen Besatzungszone nach der Dritten Teilung Polens, Sitz des Kreises in den Zeiten des Warschauer Fürstentums nach 1809 oder auch Hauptstadt der Krakauer Woiwodschaft im Polnischen Königreich. In dieser Zeit wurde in die Stadt die erste polnische technische Hochschule verlegt, 1816 die Akademie für Bergbau, eine Schule der Woiwodschaft. In der Übergangszeit waren Kielce sogar Hauptstadt der Diözese. In den Zeiten von Staszic im nahegelegenen Białogon wurde die Aleksander-Hütte gebaut, in der man Kupfer gewonnen hat und während des Novemberaufstandes stellte man Gewehre und Kanonenrohre her. Während der nationalen Aufstände hat die Stadt eine wesentliche Rolle gespielt. Hier hat sich 1794 nach der Schlacht Tadeusz Kościuszko aufgehalten. Während des Novemberaufstandes hat man hier Freiwillige für das Krakauer Regiment geworben. Ein Ereignis von einer wesentlichen politischen Bedeutung war die Verschwörung des Pfarrers Piotr Ściegienny, die zum Ziel hatte Kielce für die aufständischen Bauern 1844 zu gewinne. Kielce als Gouvernementseinheit In der Hälfte des 19. Jahrhunderts hat die Entwicklung von Kielce etwas angehalten. Die Stadt, die bisher Sitz von Behörden der Woiwodschaft war, hat man zu Rolle der Kreisstadt der Gouvernement von Radom beschränkt. Ein guter Geist der Stadt war zu jener Zeit Tomasz Zieliński, der die Funktion der Leiters des Kreises Kielce übernahm. Er hatte wichtige Verdienste im Rahmen der Modernisierung und Verschönerung der Stadt. Auf diese Weise hat der das Schloss in Kielce vor einem Umbau verschont. In der Zeit des Januaraufstandes waren Kielce ein wichtiges Element der zivilen und militärischen Führung. Jedoch erst als Sitz der Gouvernements-Regierung beginnen Kielce vom Niedergang etwas aufzustehen. Eine besonders starke Belebung der Aktivitäten erfolgt am Ende des 19. Jahrhunderts, als über die Stadt eine wichtige Bahnlinie von Dęblin nach Dąbrowa Górnicza geleitet wird. In dieser Zeit wird die Stadt ausgebaut, es entstehen neue Viertel und Industriebetriebe. Eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt kommt den nationalen Minderheiten zu, den Juden, Russen und Deutschen. Es ist auch eine Periode von starken russischen Einflüssen, die Konsequenz von Repressionen nach dem Aufstand waren. Kielce auf dem Weg zur Souveränität 1905 hat sich die Einwohner von Kielce der Organisation des Schulstreiks angeschlossen. Daraufhin folgten Demonstrationen und Arbeiterstreiks. Nach den Geschehnissen der Revolution im Jahre 1905, als die zairischen Behörden ihre Politik in Kielce liberalisieren entwickelt sich das Schulwesen, es kommt zu zahlreichen kulturellen Anregungen und die Industrie und das Gewerbe werden ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft von Kielce. 1914 sind in die Stadt die Schützen von Józef Piłsudski eingezogen. Die Jugend von Kielce, Schüler und Pfadfinder gaben den Anfang für die Gründung der Legionen. In Kielce wurde das 1. Regioment der Infanterie der Polnischen Legionen gegründet. Auch in der Zeit des bolschewistischen Ansturms haben sich die Einwohner von Kielce der freiwilligen Armee angeschlossen. In der Zwischenkriegszeit waren Kielce Sitz der Behörden der Woiwodschaft. Es war eine politisch sehr differenzierte Zeit, in der Kielce aber zum Zentrum von vielen kulturellen und Bildungsprojekten wurden. Damals hat sich das Interesse an der Gründung von Landschaftsverbänden und an der Entwicklung der Touristik in der Region von Góry Świętokrzyskie sehr verstärkt. Kielce in der Zeit der II Republik Polen 1939 hatten Kielce mehr als 70 Tausend Einwohner, von denen fast ein Drittel jüdischer Abstammung war. Sie Stadt erlebte viele Erfolge, aber auch Niedergänge. Trotz dessen hat sich die Stadt territorial sehr ausgebreitet. Es entstanden neue Viertel, wie z.B.: Szydłówek, Barwinek, Pakosz und Czarnów. Man baute ein geräumiges Gebäude für Militärausbildung und Sportwesen einschließlich eines Stadions. Der wirtschaftliche Aufschwung von Kielce hing mit dem Bestehen von wichtigen Betrieben der Eisen- und Militärindustrie zusammen, solchen wie der Hütten „Ludwików”, „Granat” und Fabrik für Flugkerzen, die besonders in der zweiten Hälfte der 30-ger Jahren eine wesentliche Rolle in dem Zentralen Industriebbezirk hatten. Die Stadt war Sitz einer Garnison, derer Bestandteile das 4 Regiment der Infanterie der Legionen und 2 Regiment der Leichten Artillerie waren. Die Traditionen der Legionen wurden kultiviert und die veranstalteten Defileen haben die staatlichen und kirchlichen Feierlichkeiten gewürdigt. Kielce in der Zeit des Zweiten Weltkrieges In der Zeit des Zweiten Weltkrieges haben sich die Einwohner von Kielce daran beteiligt das Unterirdische Polen zu organisieren. Man hat Organisationen der Souveränität in der Stadt und in der nahen Region gegründet. Die Soldaten von folgenden nationalen und staatlichen Organisationen: Służby Zwycięstwu Polski, Związek Walki Zbrojnej, Armia Krajowej, Bataliony Chłopskie und Narodowe Siły Zbrojne, waren an den Kämpfen beteiligt. Die Veranstalter von geheimen Unterrichtsstunden, von unterirdischen Universitätskursen haben die Aufrechterhaltung der nationalen Identität und der Bildung gepflegt. Ein tragisches Schicksal hatten viele Einwohner, die von nationalsozialistischen Soldaten ermordet oder in Konzentrationslager verschleppt worden sind. Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine Ausrottung der jüdischen Bevölkerung im Ghetto oder in deutschen Konzentrationslagern. Januar 1945 brachte die Vertreibung der deutschen Soldaten, aber zugleich war es eine Ankündigung von tragischen Ereignissen der Nachkriegszeit. Kielce der Nachkriegsjahre Das Ende des Zweiten Weltkrieges bedeutete für die Stadt die Gründung von neuen Amtsstrukturen, Repressionen gegenüber des patriotischen Milieus und Entstehung des souveränen Untergrundes. Im Juli 1946 wurde die Stadt Schauplatz eines Pogroms gegen die wenigen Juden, die den Holocaust überlebt haben, was das Image von Kielce für viele, viele Jahre auf eine bedeutende Weise beeinträchtigt hat. Bis zu den 70-ger Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich die Stadt Kielce wirtschaftlich aktiviert, indem man auf ihre Rolle im Altpolnischen Industriegebiet zurückgriff. Das Entstehen der Organisation NSZZ „Solidarność”, der Kriegszustand und die poltischen Veränderungen nach 1989 haben den Weg zur Entwicklung der Stadt geprägt, die anstatt eine Industriemetropolie zu werden, zu einer menschenfreundlichen Stadt geworden ist - eine „Seele“ und Zentrum von kulturellen und wissenschaftlichen Ereignissen der Region Świętokrzyskie, derer Ursprung sich auf eine kleine Siedlung und ein privates Städtchen von Krakauer Bischöfen bezieht.